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Tjorben
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Der Super Mario Galaxy Film

Gestern war es endlich soweit, ich saß in der Spätvorstellung von Der Super Mario Galaxy Film in meinem Haus und Hof Kino dem UCI im Ruhr Park Bochum. In den letzten Tagen, waren die Vorstellungen immer so gut ausgebucht, dass ich ganz bewusst eine spätere und weniger gut besuchte Vorstellung im IMAX gebucht hatte. Ursprünglich wollte ich direkt zum Start ins Kino und hatte schon vor Wochen die Tickets im Vorverkauf gesichert. Damals gab es zudem schon einen wunderbaren Yoshi Popcorn-Eimer, für „nur“ 35€ zu erstehen. Ja, schweineteuer, aber immerhin top verarbeitet und optisch wirklich auch mal als Deko zu gebrauchen.

Am ersten April bin ich dann direkt auf auf dem Rückweg von einer Dienstreise aus Bonn zum Kino gefahren, mit voller Vorfreude auf ein weiteres Merchandise Highlight. Es sollte insgesamt sechs verschieden farbige und leuchtende Luma Popcorneimer geben. Rund 42€ sollte eines dieser zu begehrten Exemplare kosten. Als ich gegen 16Uhr am Kino ankam, war er bereits restlos vergriffen und eine Nachlieferung wurde direkt ausgeschlossen. Hier hat sich das UCI bei der Planung oder auch dem Verkauf nicht mit Ruhm bekleckert. Wenn ich danach im Netz lesen konnte, dass der ein oder andere direkt zur Eröffnung ganze Kartons mit allen sechs Farben aus den Kinos geschleppt hat, muss ich unweigerlich an Scalper denke und der Blick in die hiesigen second Hand Portale unterstreicht dieses Gefühl leider. Dem UCI wirds egal sein, Verkauft ist verkauft, für mich als Fan und jemand, Leute die mich kennen oder meinen Blog verfolgen wissen das auch, der Merchandise und Tinneff anfällig ist, ärgert das umso mehr. Da ist auch der Spruch, immerhin Geld gespart, nur ein müder Trost.
Aber trotz des Dramas an der Snackkasse war meine Vorfreude letztendlich ziemlich groß, denn den ersten Teil habe ich 2023 schon gefeiert und ich war verdammt gespannt, wie Illumination dieses riesige Universum im Weltall wohl Fortsetzen würde.
Ab in den Weltraum
Die Geschichte knüpft eigentlich ziemlich clever an das Ende des ersten Teils an. Während Mario und Luigi im Pilz-Königreich ihren neuen Heldenstatus genießen und der geschrumpfte Bowser in seinem Miniatur-Gefängnis im Schloss des Pilzkönigreichs vor sich hin vegetiert, braut sich in den Tiefen des Alls Unheil zusammen. Der Film startet auf dem Kometen-Observatorium. Dort lernen wir Prinzessin Rosalina kennen, die ihren Lumas, Gute Nacht-Geschichten von einem mutigen Schnurrbartträger und einer fernen Prinzessin vorliest. Diese Ruhe, die schon jetzt mit viel wärme und Witz gespickt ist, nimmt jedoch ein jähes Ende und wird durch einen Angriff von Bowser Jr. gestört.

Dieser setzt alles daran, um die gesamte Galaxie zu unterjochen, um so seinen Vater zurückzugewinnen, dazu benötigt er Rosalinas Macht. Mario und Luigi, die währenddessen in der Wüste von Tostarena, der Wüstenwelt aus Super Mario Odyssey, in einer wirklich charmanten Szene auf den kleinen, grünen Dinosaurier Yoshi gestoßen sind, finden sich plötzlich auf einer Rettungsmission wieder, die weit über alles bisher Dagewesene hinausgeht.
Auf ihrer Mission trifft das Team, dessen Zusammensetzung sich im Laufe des Films auch immer wieder mal ändert, den Piloten Fox McCloud, der sie in seinem Arwing tiefer in den gefährlichen Sternenmüll der Sternenstaub Galaxie bringen soll. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Mario nicht nur über seinen eigenen Schatten springen, sondern buchstäblich die Schwerkraft meistern muss.
Hinter den Kulissen
Dass dieser interstellare Trip so verdammt gut aussieht, kommt natürlich nicht von ungefähr. Wenn man den tatsächlichen Berichten aus Hollywood Glauben schenkt, lag das Budget bei 110 Millionen US-Dollar. Eine Summe, die durch die herausragende Arbeit von Illumination so maximiert wurde, dass ich sie in IMAX 3D in jeder einzelnen Textur spüren konnte. Die Figuren sind plastisch, haben Physis und wirken trotz ihrer Comic Artigkeit greifbar. Besonders spannend finde ich dabei die Anekdoten aus der Produktion in der Chris Meledandri von Illumination erzählte, dass Mario Schöpfer Shigeru Miyamoto keineswegs als herrischer Kreativer „Overlord“ agierte, der zwar jedes CG-Modell mit dem Rotstift korrigierte, aber dennoch in den intensiven Austausch ging um gemeinsam die tiefere Hintergrundgeschichte der Charaktere aus zuarbeiteten. Dieser Perfektionismus zahlt sich aus, denn der Film bricht gerade alle Rekorde. Nach nur zwei Tagen hat das Werk weltweit exakt 122,1 Millionen US-Dollar eingespielt. Nintendo und Illumination haben hier offensichtlich eine Goldader gefunden, die sie mit der Entscheidung, direkt zum Galaxy-Stoff zu springen, perfekt angezapft haben.
Ein ganz wesentlicher Teil dieses Erfolgs ist für mich aber die Vertonung. Ich habe mir den Film natürlich in der deutschen Fassung angeschaut und muss sagen, die Sprecher machen ihren Job wieder einmal hervorragend, auch wenn der US-Cast mit Namen wie Chris Pratt oder Anya Taylor-Joy natürlich extrem prominent besetzt ist. Leonhard Mahlich leiht Mario wieder seine Stimme und trifft diesen enthusiastischen Ton von Chris Pratt perfekt, man kennt ihn ja ohnehin als Standardstimme von Pratt aus Guardians of the Galaxy. An seiner Seite hören wir Gerrit Schmidt-Foß als Luigi, der im Original von Charlie Day gesprochen wird. Schmidt-Foß, den die meisten als die deutsche Stimme von Leonardo DiCaprio kennen dürften, bringt Luigis sympathische Ängstlichkeit einfach unnachahmlich rüber. Auch Dalia Mya Schmidt-Foß überzeugt erneut als Prinzessin Peach, während Tobias Meister als Bowser mal wieder beweist, warum er zu den Besten der Branche gehört. Diese Mischung aus Bedrohung und purer Rock-Attitüde ist einfach Gold wert und wahrscheinlich auch der Grund, warum er seit Jahren die Feststimme von Jack Black ist, der Bowser im original vertont. Yvonne Greitzke, die wir vielleicht schon als deutsche Stimme von Brie Larson oder auch als Anna aus Die Eiskönigin kennen, verleiht Rosalina eine wunderbar mystische Aura, die perfekt zu der Rolle passt. Im Original wurde die Snychro im übrigen von Brie Larson übernommen. Auch bei den Nebenfiguren wurde nicht gespart. Keegan-Michael Key haucht Toad im Englischen ordentlich Leben ein, was in der deutschen Fassung durch Dirk Petrick wieder gewohnt quirlig umgesetzt wurde. Eine echte Überraschung ist Donald Glover, der im Original die Laute von Yoshi übernimmt. Dass ein Weltstar wie Glover dem kleinen Dino eine so weiche und empathische Sanftmut verleiht, ist ein genialer Schachzug, der sich auch in der deutschen Version widerspiegelt, in der die Sound-Regie das Original-Audio von Glover nahtlos beibehalten hat. Bowser Jr. wird im Englischen von Benny Safdie gesprochen und auf Deutsch von Patrick Roche, und man merkt der Figur in jeder Szene diesen verzweifelten Drang nach Anerkennung an. Und dann ist da noch Fox McCloud. Martin Kautz, die deutsche Stimme von Jon Bernthal oder Glen Powell, der Fox im Original spricht, lässt den Piloten so herrlich abgebrüht und arrogant klingen, dass man spätestens mit der Untermalung des Corneria-Themes, dieses absolute Star Fox-Feeling bekommt. Dass Kautz ihn spricht, passt wie die Faust aufs Auge, denn er bringt genau diese Top Gun-Energie mit, die Fox McCloud in diesem Film so dringend braucht.
Ein Paradies für Entdecker
Ab hier kommt es zu kleineren Spoilern:
Wenn man sich erst mal an der schieren optischen Brillanz sattgesehen hat, beginnt das eigentliche Spiel für uns Fans. Die Suche nach den versteckten Details. Illumination hat hier ein wahres Füllhorn an Referenzen ausgeschüttet, das bereits beim Studio-Logo beginnt. Wer genau hinhört, erkennt während des Minion-Chaos das perkussive Hammer BGM-Thema aus dem 1981er Donkey Kong-Arcade-Klassiker, ein akustischer Ritterschlag für die Wurzeln von Jumpman, so hieß Mario noch in seinem ersten Auftritt. Diese Detailverliebtheit zieht sich durch den gesamten Film, besonders wenn wir die Sternentor-Galaxie erreichen. Dieser Ort fungiert nicht als Planet, sondern als intergalaktischer Knotenpunkt, der vor Leben nur so strotzt. In den Massen kann man teils nur für Sekundenbruchteile Pikmin entdecken, die aus einer zwiebelförmigen Rakete wuseln, während an der Infotheke kein Geringerer als R.O.B., das alte NES-Zubehör, stoisch seinen Dienst verrichtet. Sogar die digitalen Abflugtafeln nutzen die ikonische Würfel-Schriftart aus der Mario Party-Reihe, das sind genau die „Member Berries“, die mich im Kinosessel zum Grinsen brachten.
Die Reise führt uns zudem durch Locations, die direkt aus den Spielen entsprungen zu sein scheinen, sich aber organisch in die Filmwelt einfügen. Die staubigen Dünen von Tostarena aus Super Mario Odyssey wirken mit zwar surreal und dennoch überraschend greifbar oder echt, während die Honeyhive Galaxy mit der majestätischen Bienenkönigin eine wunderbare organische Wärme ausstrahlt. Mein persönliches Highlight war jedoch der Abstieg in den Untergrund. In dieser neonbeleuchteten Unterwelt, in der riesige Logos als Hologramme rotieren, treffen Peach und Toad im galaktischen Casino auf Wart. Dass dieser Endboss aus Super Mario Bros. 2 hier einen so coolen Auftritt als Mafioso hat war eine der besten Überraschungen des Films. Die anschließende Kampfsequenz, in der Peach ihren Peach Bomber aus Super Smash Bros. auspackt, während im Hintergrund eine Big-Band-Version von Jump Up, Super Star! läuft, war pure Energie.
Doch der eigentliche Game Changer für die Zukunft von Nintendo im Kino ist zweifellos die bereits erwähnze Integration von Fox McCloud. Dass er durch einen Dimensionsriss aus dem Lylat-System in Marios Welt geworfen wurde, ist nicht nur ein cooler Plot-Point, sondern die offizielle Geburtsstunde des Nintendo Cinematic Universe (NCU). Auch wenn Miyamoto das in einem Interview jüngst ersteinmal nicht als Plan bestätigt hat, ein NCU um stile eines Marvel Universums oder Smash Bros-Film zu veröffentlichen. Wenn Fox in seinem Arwing die berühmten Barrel Rolls vollführt und wir das Geschehen durch das klassische HUD inklusive Lock-On-System sehen, fühlt sich das für einen Moment wie eine perfekte StarFox-Verfilmung an. Es wird sogar kurz sein Team um Falco, Peppy und Slippy im Retro-2D-Stil angedeutet , eine Hommage die mich hoffen, lässt, dass Nintendo da doch noch mehr in Petto hat. Den krönenden Abschluss dieser nostalgischen Reise bildet die eine Sequenz zum Ende des Films, in der die Charaktere hier plötzlich im 16-Bit-Look von Super Mario World des Super Nintendos wechseln.
Game Over? Nicht wirklich.

Hand aufs Herz, man muss diesen Film schon richtig einordnen können. Wenn man sich die aktuellen Wertungen auf Portalen wie Rotten Tomatoes ansieht, klafft da eine gewaltige Lücke. Während die Kritiken den Film mit knapp 42% abstrafen und über eine hauchdünne Story jammern, feiert das Publikum ihn mit über 90% und beide haben irgendwie recht. Wer hier ein tiefschürfendes Pixar-Drama mit doppelter Botschaft erwartet, geht mit der völlig falschen Erwartung ins Kino. Der Super Mario Galaxy Film will kein Oscar-Anwärter sein, er ist eine 98-minütige, hochenergetische Achterbahnfahrt durch die Nintendo-Historie. Er ist laut, er ist bunt, und er ist verdammt stolz darauf, ein Videospielfilm zu sein.
Oft hört man den Vorwurf, Nintendo und Illumination hätten sich nicht getraut, eine tiefere Story mit mehr Gravitas einzubauen, manche wittern dahinter sogar die Angst vor einer möglichen Wokeness-Debatte und behaupten, man habe deshalb auf Nummer sicher gespielt. In meinen Augen ist das absoluter Bullshit. Das Fehlen von erzwungenem Pathos ist kein Einknicken, sondern schlicht die DNA von Nintendo. Mario war schon immer purstes Entertainment, und ein Versuch, hier krampfhaft Tiefe reinzuprügeln, hätte sich nur angebiedert angefühlt. Nintendo bleibt sich hier treu und bietet eben nur das Nötigste an Geschichte an und das ist meiner Meinung nach immer noch mehr, als das, was man in den allen bisherigen Mario Spielen zusammen bekommen hat. Das mag ganz objektiv für einen Kinofilm wenig sein, reicht aber in meinen Augen völlig aus.
Für wen ist das Ganze also was? Ganz klar für Familien, für Nostalgiker und für jeden, der mit einem Controller in der Hand aufgewachsen ist. Wer keine Bindung zu Mario, Luigi, Yoshi und Toad hat, wird vieles wohl auch nicht verstehen, aber für uns Fans ist der Streifen ein Festmahl.
Bleibt außerdem unbedingt bis zum Ende des Abspanns sitzen! Der Film hat sowohl eine Mid-Credit-Scene, die den düsteren Humor des Lumas aus dem ersten Film aufgreift, als auch eine Post-Credit-Scene, die ein ziemlich klares Signal für die Zukunft des „NCU“ setzt und einen neuen Challenger ins Spiel bringt.
Der Film hat bei mir jedenfalls genau das geschafft, was er sollte, er hat mir die Lust auf die Spiele wieder voll entfacht. Ich habe mir bereits vorgenommen, mich doch noch mal an Super Mario Galaxy 1 & 2 zu wagen, für die ja praktischerweise kürzlich erst ein kostenloses Switch 2 Upgrade veröffentlicht wurden. Und während ich inständig auf ein echtes Super Mario 64-Remake oder zumindest ein Switch-2-Upgrade für Odyssey hoffe, wandert mein Blick immer wieder zu meinem Yoshi-Popcorneimer, über den ich mich weiterhin freue.

Die Sammler-Leidenschaft hat mich sowieso schon wieder voll im Griff. Die exklusive 4K Ultra HD Blu-ray Collectors Edition inklusive Steelbook und dem schicken Yoshi-Ei-Aufsteller ist bei Plaion Pictures bereits vorbestellt und wer es schlichter mag, kann dort oder natürlich auch bei Amazon die Standard-Blu-ray und DVD vorbestellen. Auch Rosalinas Storybook, das im Film eine kleine Nebenrolle einnimmt, habe ich in der deutschen Fassung, die in wenigen Tagen, am 10. April erscheint, ebenfalls vorbestellt; wer aber gar nicht warten will, kann sich die englische Ausgabe, die bereits erhältlich ist, kaufen.
Und ja, der Sammler-Wahnsinn macht auch vor meinem Magen nicht halt. Leider findet man mich, obwohl ich am abnehmen bin, aktuell wahrscheinlich auch öfter mal wieder bei McDonald’s. Dort gibt es nämlich gerade fünf verschiedene Sammlermünzen in speziellen Super Mario Menüs und natürlich dürfen auch die obligatorischen Happy Meals mit Figuren zum sammeln nicht fehlen. Zwei der fünf Münzen habe ich schon sicher in meiner Sammlung, der Rest ist hoffentlich nur noch eine Frage von ein paar Burgern.
Am Ende bleibt ein audiovisueller Rausch, der trotz kleiner erzählerischer Schwächen zeigt, wie viel Potenzial noch in Marios Universum steckt. Ich bin bereit für mehr, egal ob im Pilz-Königreich oder in fernen Galaxien. Ich gebe viereinhalb von fünf Lumas. 😉
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Was sagt ihr dazu? Braucht ein Mario-Film zwingend eine Pixar-Tiefe oder reicht euch das pure Fan-Spektakel? Und habt ihr im auch die ganzen Easter-Eggs so gefeiert? Schreibt es mir in die Kommentare!




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